Aufgrund der noch unsicheren Verhältnisse im Irak, ist es beim aktuellen Stand uns nicht möglich, eine nachhaltige Stellungnahme zur Situation der Yeziden im Irak abzugeben.
Zweifelsfrei ist mit der Zerstörung des Saddam-Regimes und den aktuellen Bemühungen der USA eine wichtige Voraussetzung für die Demokratisierung des neuen Iraks geschaffen worden.
Am 05. September 2003 hat ein Treffen zwischen dem Oberhaupt der Yeziden - Mir Tahsin Saied Beg - und dem US-Sonderbeauftragten für den Irak Paul Bremer in Bagdad stattgefunden. Das Oberhaupt wurde begleitet von einer yezidischen Delegation. Das Gespräch kam auf unsere Initiative und Vermittlung zustande. Gegenstand der Besprechung waren die yezidischer Interessen im Neuen Irak. Die Teilnehmer der Delegation zeigten sich mit dem Ergebnis der Gespräche zufrieden. Herr Paul Bremer ist wertschätzend mit den Delegationsteilnehmern umgegangen und die US-Administration ist offenbar bemüht, die Yeziden nicht unberücksichtigt zu lassen.
Es ist jedoch kein gutes Zeichen, dass die Yeziden als einzige Religionsgruppe keinen Vertreter in den neugegründeten provisorische irakische Regierungsrat stellen konnten – obwohl sie zahlenmäßig mindestens den Christen und Turkmenen ebenbürtig sind.
Inwieweit wirklich die in der islamischen Welt ohne Lobby vertretenen Yeziden Rechte erhalten und diese auch verfassungsmäßig geschützt werden, wird sich noch zeigen müssen. Die Gefahr, dass die Yeziden wieder „unter die Räder geraten“ ist jedenfalls nicht gebannt. Dies zeigt auch das am 17.09.2003 auf das Oberhaupt der Yeziden verübte Attentat, das er durch Glück überlebte.  |