Der fundamentalistische Übergriff in Sheikhan
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Stamm der Muzuriyian greift Yeziden an
Mosul. Es ist nun bekannt geworden, dass die Vorfälle in der Region Shêxan durch einen Ehestreit einer moslemischen Frau mit ihrem Ehemann verursacht worden sind. Die Ehefrau wurde enthauptet, nachdem die Stammesführer das Todesurteil beschlossen hatten. Zwei yezidische Jugendliche, die in der Kaserne von Shêxan arbeiteten, fanden auf dem Weg zur Kaserne eine moslemische Frau, die vor ihrem Mann flüchtete. Zum Schutze der Frau nahmen sie sie mit zur Kaserne. Die Hilfsbereitschaft der zwei jungen Männer löste eine Welle der Gewalt aus: Die junge Frau wurden von ihrem Stamm zur Hinrichtung frei gegeben, als man sie wieder nach Hause schickte. Darüber hinaus beschloss der Stamm, die heilige Stätte der „Shêxan“ und weitere Häuser der yezidischen Gemeinschaft niederzubrennen.
Den jüngsten Meldungen zufolge sind die Vorfälle in Shêxan, das zum Bezirk Mosul gehört, dadurch ausgelöst worden, dass eine von ihrem Ehemann unterdrückte moslemische Frau von Zuhause abgehauen und von zwei yezidischen Jugendlichen aufgenommen wurde. Die jungen Männer ließen sie in ihren Wagen einsteigen und fuhren sie zu den Sicherheitskräften von Shêxan, wo sie auch in den Kasernen arbeiteten. Der Vorfall ereignete sich wie folgt: ``Eine Frau, deren Namen noch nicht bekanntgegeben ist, flüchtete vor 2 Tagen von ihrer Familie, nachdem sie die Unterdrückung von ihrem Ehemann nicht mehr ertragen konnte. Auf ihrem Fluchtweg stellt sie sich vor einen Wagen, in dem zwei yezidische Jugendliche saßen, die sich zu ihrer Arbeit in einer Kaserne bei Shêxan begaben. Zum Schutze der Frau ließen sie die Frau einsteigen und übergaben sie den Sicherheitskräften. Als die Familie der Frau von ihrem Aufenthaltsort erfuhr, bat sie um Übergabe ihrer Frau. Als die Sicherheitskräfte die Klagen der Frau protokollierten, kamen sie letztendlich den Forderungen der Familie nach“.
Die Ehefrau wurde hingerichtet
Nachdem die Frau wieder ihrer Familie übergeben wurde, beschlossen die Oberhäupter die Enthauptung der Ehefrau, die auch vollzogen wurde. Es ist nun auch bekannt geworden, dass die Oberhäupter des Stammes „Muzirî“ einen zweiten Beschluss gefasst hatten: die Hinrichtung der beiden yezidischen Jugendlichen, die der Frau ihre Hilfe angeboten hatten. Der Stamm forderte vom Bezirksleiter von Shexan den Kopf der beiden jungen Männer. Doch dieser lehnte die Forderungen der Stammesführer ab, weil die Frau zu Protokoll gab, dass die jungen Männer mit der Sache nichts zu tun hatten. Daraufhin bekam der Bezirksleiter vom Stamm ernsthafte Mordandrohungen.
Bezirksleiter flüchtet
Nachdem der ganze Stamm sich vor dem Bezirksgebäude angesammelt hatte, flüchtete der Bezirksleiter Nûman, dessen Nachname nicht bekannt gegeben wird, mit den beiden yezidischen Jugendlichen zum Parteibüro der kurdischen demokratischen Partei KDP (Şaxa 20'emîn a Partiya Demokrata Kurdistan PDK). Die Gruppe verfolgte sie bis zum Parteibüro; um das Haus zu stürmen, doch als sie von den Sicherheitskräften aufgehalten wurde, begab sich die Menschenmenge zum Haus des Oberhauptes der yezidischen Religionsgemeinschaft Mîr Tahsin Beg. Augenzeugen berichten wie folgt: „Als die aufgebrachte Horde auch hier von den Sicherheitskräften gehindert wurde, das Haus „Shêxanê 3“ zu erstürmen, zündeten sie die Autos von Mîr Tahsîn Beg an. Dann begab sich die Menschenmenge zum Kulturzentrum von Lalish (Navenda Çand û Hunerê ya Laleşê) und brannte auch das Gebäude nieder.“
Danach wurden hunderte von Peshmerge aus Duhok und Akre Richtung Shêxan geschickt. Das yezidische Oberhaupt Mîr Tahsîn Beg gab der Redaktion von Azadiya Welt bekannt, dass er die Yeziden daran gehindert hat, auf diese Überfälle mit Gegengewalt zu reagieren. Tahsin Beg sagte wie folgt: „In jeder Gesellschaft gibt es dumme und böse Menschen. Mag sein, dass auch die Yeziden Schlimmes getan haben, aber wir müssen das Problem mit einem Dialog begraben. Wir werden auf die Gesetze warten, die eine Entscheidung treffen“. Er gab weiterhin bekannt, er werde niemals auf der Seite von Provokationen und Feindschaften stehen.
Yezidische Häuser wurden niedergebrannt
Anschließend brannte die bewaffnete Gruppe das heilige Grabmal von Shehid Hüseyn Bavê Shêx nieder. Doch damit konnte die Horde ihren Hass nicht stillen und zündete auch die Häuser von den beiden Jugendlichen an, die der geflüchteten Frau geholfen haben. Da die Häuser zuvor evakuiert waren, kam es dabei zu keinen Personenschäden. Nach dieser Tat führten die Angreifer ihren Hass fort und begaben sich zum Marktplatz von Shêxan. Dort brannten sie drei Läden nieder, die yezidischen Bürgern gehörten.
Der Zuständige des KDP-Büros (Şaxa 20'em a PDK'ê) von Shêxan Ferîq Salih bestätigte diesen Vorfall und gab bekannt, dass der Ministerpräsident der kurdischen Regionalregierung KRG Nêçîrvan Barzanî die Region zur Konfliktbeilegung besuchen wird. Die Aufruhr hat sich mittlerweile zurückgebildet und die Region ist von den Sicherheitskräften abgeriegelt. Es wurde eine Ein- und Ausgangsperre für Shêxan verhängt.
Anmerkung: Der Stamm Mizurî gehört zu einem der islamisch fundamentalistischen Stämme Kurdistans, der die yezidische Minderheit um Lalish heimsucht. Die yezidische Gemeinschaft wurde mehrmals zum Ziel fanatischer Übergriffe, die von diesem Stamm ausgegangen sind. Es ist auch bekannt, dass dieser Stamm die Yeziden aus ihren Dörfern vertrieben hat und die yezdischen Dörfer heute noch besiedelt. 
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