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  Religionsunterricht: Eziden treiben Bemühungen voran
 


 

 

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"Yeziden und Christen sitzen in einem Boot"




Der Zentralrat der Yeziden in Deutschland hat am 17.09.2008 auf Einladung des Katholischen Büros am traditionellen Sankt Michaels-Empfang in der Katholischen Akademie in Berlin teilgenommen.

Rund 800 Gäste aus Kirche und Politik, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Michael Glos, die Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan, die Bundestagsvizepräsidenten Katrin Göring-Eckardt und Wolfgang Thierse sowie der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset und der Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky. Den Festvortrag hielt Karl Kardinal Lehmann (Mainz). Der Vorsitzende der Bischofskonferenz Erzbischof Zollitzsch hat gleich am Anfang seiner Begrüßungsansprache die anwesenden Politiker gebeten, sich der Probleme der Christen und auch anderer Religionsgemeinschaften wie Mandäer und Yeziden im Irak anzunehmen. Nach den Reden nutzte der ZYD-Vorsitzende Tolan die Gelegenheit im Foyer ein persönliches Gespräche mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz zu führen. Tolan wies auf das besondere Verhältnis zwischen Yeziden und Christen hin und bedankte sich für das Engagement der katholischen Kirche für die Yeziden in Irak. Erzbischof Zollitzsch bestätigte die Bedeutung des religiösen Dialoges. Tolan überreichte Frau Bundeskanzlerin Merkel Issa´s Buch zum Yezidentum. Am nächsten Tag traf sich der ZYD mit dem Leiter des Katholischen Büros Prälat Karl Jüsten. Das Berliner Büro ist der Dreh- und Angelpunkt der politischen Lobbyarbeit der katholischen Kirche. Der Vorsitzende Tolan gab einen Überblick über die Aufgaben und Ziele des ZYD. Ferner bedankte er sich für die Solidarität der katholischen Kirche mit den Yeziden im Irak. "Yeziden und Christen sitzen in einem Boot" erklärte Prälat Jüsten. Die katholische Kirche werde sich auch weiterhin für die Yeziden Irak und anderen religiösen Minderheiten engagieren.

Die Einführung eines yezidischen Religionsunterrichtes nach den Kriterien des Staates begrüßt der Leiter des katholischen Büros. Hierzu müssten die Yeziden enstprechendes Unterrichtsmaterial erstellen.

Man war sich einig, dass es auch künftig Treffen geben wird zwischen dem ZYD und dem katholischen Büro. Der ZYD übergab als Präsent Issa´s Buch zum Yezidentum.
Die Fotounterschrift lautet: Foto: Semsedin Tunc, Prof. Dr. Andreas Ackermann, Prälat Karl Jüsten, Telim Tolan, Murad Mahdo, Halil Savucu


"Zentralrat beim Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration"




"Zentralrat beim Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration"

 

Eine Delegation des Zentralrates der Yeziden Deutschland traf sich am 18.09.2008 mit der Referentin des Arbeitsstabes der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Frau Dr. Claudia Martini und den Mitarbeitern Herrn Knopf und Frau Gonca Türkili-Dehnert.

Der ZYD gab einen Überblick über seine Aufgaben und Ziele und nahm Stellung zum Stand der Integration der Yeziden in Deutschland.

Eine Teilnahme des ZYD am Integrationsgipfel sei nicht möglich, da bereits zwei veranstaltet wurden und der dritte bereits für November terminiert ist, erklärte Frau Dr. Martini. Sie sicherte jedoch zu, dass der ZYD künftig zu Treffen der Staatsminister mit Migrantengruppen eingeladen wird. Das nächste Treffen finden in 2009 statt.


Frau Türkili-Dehnert berichtete von häuslicher Gewalt an Frauen. Der ZYD hat sich klar von Gewalt distanziert. Wegen eines Projektes zum Thema Frauen kommt Frau Türkili-Dehnert auf den ZYD zu..

 

Fotounterschrift lautet: H. Savucu, M. Mahdo, Dr. C. Martini, T. Tolan, Knopf, S. Tunc, Prof. Dr. A. Ackermann, es fehlt: G. Türkili-Dehnert.


Aufnahme von Irakflüchtlingen




Zentralrat der Yeziden Deutschland

Eidechsenstr.19

 

26133 Oldenburg Oldenburg, d. 20. 09. 2008

 

 

Chef des Bundeskanzleramts und

Bundesminister für besondere Aufgaben

Herrn Thomas de Maizière

11044 Berlin

 

 

Aufnahme von Irakflüchtlingen

 

 

Sehr geehrter Herr Minister,

 

anlässlich der am 25. und 26. September stattfindenden Beratungen der Innenminister der EU-Staaten über

die Aufnahme irakischer Flüchtlinge wenden wir uns an Sie mit einer dringenden Bitte:

In diesem Frühjahr haben Herr Minister Schäuble und der französische Präsident Sarkozy die Aufnahme der nicht-muslimischen Flüchtlinge aus dem Irak vereinbart. Leider müssen wir feststellen, dass – u.a. auch nach Einwendungen des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki – die Bundesregierung von dieser Vereinbarung Abstand genommen hat.

 

Die Äußerung des irakischen Ministerpräsidenten, dass nicht-muslimischen Minderheiten in seinem Land mittlerweile keine Gefahr mehr drohe, ist nur zu verständlich angesichts des Werbens um internationale Investitionen, sie bildet jedoch nur einen Teil der Situation im Land ab. Im Irak sind religiöse Minderheiten zwischen die Fronten von Schiiten und Sunniten geraten, ohne dass die Regierung in der Lage ist, ihnen einen nachhaltigen Schutz zu gewähren.

 

In diesem Zusammenhang möchten wir an den Anschlag vom 14. August 2007 erinnern, bei dem in der Region Sindjar, unweit der Grenze zu Syrien, mehrere Autobomben explodierten und mehr als 350 Yeziden in den Tod rissen. Dabei handelte es sich um das schlimmste Attentat seit dem Sturz des Saddam-Regimes und verdeutlicht auf grausame Weise, wie schnell der muslimische Terror auch nicht-muslimische religiöse Minderheiten treffen kann.

 

Diese Einschätzung gilt leider nach wie vor. Trotz der insgesamt verbesserten Sicherheitslage gehen

Einschüchterung, Vertreibung und Mord an den Angehörigen religiöser Minderheiten weiter, betroffen sind vor allem Christen, Mandäer und Yeziden.

 

Mit großer Dankbarkeit stellen wir fest, dass sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche in Deutschland sich seit langem für die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge aus dem Irak einsetzen.

 

Bei der Bundesregierung bedanken wir uns dafür, dass die Angehörigen religiöser Minderheiten aus dem Irak in Deutschland in der Regel als Flüchtlinge anerkannt werden, wenn sie einen Asylantrag stellen.

 

Nun möchten wir die Bundesregierung darum bitten, sich bei den anstehenden EU-Beratungen aktiv

für eine Aufnahme der nicht-muslimischen Irakflüchtlinge einzusetzen.

 

Ebenso muss alles dafür getan werden, dass sich die Situation der Minderheiten im Irak verbessert. Hier ist insbesondere die Unterstützung der UNO, der EU und der Bundesregierung erforderlich.

 

Für weitere Informationen und Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

 

 

Telim Tolan

 

Vorstand: Telim Tolan (Vorsitzender), Semsedin Tunc (stv. Vorsitzender), Halil Savucu (stv. Vorsitzender), Orhan Onat (Generalsekretär), Güler Tuku (Frauen), Kazim Oba (Finanzen), Sehmus Agackiran (Jugend), Murad Mahdo, Osman Güden, Selim Temin, Bozo Agirman, Hatun Kizilyel, Genco Mezkal

Brief als PDF-Dokument


 

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